Nur ein kleiner Eingang führt in die alte Schafweide. Erst muss man sich durchs hohe Gras arbeiten, um auf den Trampelpfad zu kommen. Wenn die älteren Schaf- und Ziegendamen nicht wüssten, dass danach ein kleines Schlemmerparadies auf sie wartet, würden sie bestimmt verdutzt stehen bleiben und mich mit großen Augen anschauen – Augen, die mir sagen würden: „Schäferin, da gehen wir auf keinen Fall hinein in so eine Wildnis." Hat man aber die ersten Meter überwunden, stehen wir auf einer herrlichen, artenreichen Waldweide. Bienen und Hummeln summen im wilden Oregano und Thymian, der einladend in voller Blüte steht. Hier dürfen ungehindert Wiesenblumen, Brennnesseln, Disteln, Hecken und Sträucher wachsen. Hier ist es immer etwas feuchter; auch in trockenen Sommern wächst noch genügend Futter. Es riecht herrlich nach feuchter Wiese, Blumen, Holunder und wilden Rosen.
Vor vielen Jahren war hier schon fast alles zugewachsen. Teile des Halbtrockenrasens waren aber noch erhalten. Damals wurde hier alles entbuscht und viele alte Kiefern gefällt. Eine wertvolle Ausgleichsmaßnahme ist entstanden. Der Halbtrockenrasen konnte sich weiter ausbreiten. Am oberen Teil der Schafweide grenzen eine alte Obstbaumwiese und ein biologisch genutzter Acker an. So ist hier eine kleine artenreiche Insel entstanden.
Wildbienen, Blindschleichen und Eidechsen leben auf der brachliegenden, sonnenbeschienenen Randfläche. Im zeitigen Frühjahr kann man hier ganze Schwärme von Erdbienen beobachten. Hier wurde noch nie intensive Landwirtschaft betrieben. In den 60er und 70er Jahren kam noch der örtliche Schäfer durch. Als die Schäferei aber zu unwirtschaftlich wurde, verbuschte alles. Seit rund 20 Jahren weiden nun 1–2-mal im Jahr unsere Schafe und Ziegen, damit nicht wieder die Sträucher und Bäume überhandnehmen. Nur durch Schaf- oder Ziegenbeweidung sind solche Wiesen entstanden. Eine Nachmaht ist wegen der Hanglage unmöglich, so werden die Insekten nicht gestört.
Wir laufen der Herde hinterher weiter in die Schafweide hinein. Die Schmetterlinge, Käfer, Grashüpfer, Grillen und Widderchen hüpfen und schwirren an uns vorbei. Es ist eine andere kleine Welt – ein Rückzugsgebiet und Lebensraum für viele Insekten. Kaisermantel, Bläuling, Landkärtchen, Dickkopffalter, Gemeine Blutströpfchen, Ockergelbe Blattspanner, Schachbrettfalter, Braunauge und Nachtfalter habe ich hier schon beobachtet. Sie machen gerne eine kleine Pause auf den nackten Armen, die nach Salz schmecken. Auch laben sich die Schmetterlinge gerne am feuchten Schafkot, um die Feuchtigkeit und Mineralien aufzusaugen. Durch die Beweidung profitieren sie sehr. In den späten Abendstunden kann man die Fledermäuse beobachten, die über der feuchten Wiese nach Insekten jagen. Es ist eine kleine heile Welt, in der Insekten noch ungestört leben dürfen.
Wir habe auch immer wieder Zuchttiere nachfolgender Rassen abzugeben. Bei Interesse melden Sie sich gerne per Mail landschaftspflege@krueger-land.de bei uns.
Doperschafe sind für die extensive Landschaftspflege hervorragend geeignet.
Sie sind sehr marschfähig, halten gut Hitze und Dürre aus und liefern ein hervorragendes Fleisch.
Walliser Schwarznasenschafe sind sehr standorttreu und ideal für steile Flächen.
Die Walliser Schwarzhalsziegen sind sehr gut für steile Hänge geeignet. Sie sind sehr standorttreu und leichtführig.
Burenziegen liefern ein hervorragendes Fleisch und eignen sich sehr gut für die extensive Landschaftspflege. Trockene, heißen Sommer machen ihnen nichts aus.
Landschaftspflege Krüger Land | landschaftspflege@krueger-land.de
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